Acrylmalerei … ein kurzer Überblick

Acrylfarben sind vielseitig einsetzbar

Die Malerei mit Acrylfarben bringt sehr viel Spaß, ist unkompliziert und die Bilder, die entstehen, sind sehr farbintensiv und strahlend.

Acrylfarben sind quasi geruchsneutral und sehr einfach in der Verarbeitung. Die Farben können mit Wasser verdünnt werden, trocknen recht schnell, sind im getrockneten Zustand wasserfest und müssen nicht mit einem Firnis (farbloser, elastischer Überzug zum Versiegeln der Bildoberfläche) versehen oder lackiert werden etc.

Man kann die Farben sehr pastos (dick) auftragen, Strukturen anlegen, sie als farbigen Kleber benutzen, um z. B. Collagen zu erstellen, man kann sie aber auch lasierend auftragen, indem man sie mit Wasser verdünnt. Es gibt sehr viele Möglichkeiten mit der Acrylfarbe zu arbeiten und man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. Falsch machen kann man hier nichts, denn aufgrund der Farbbeschaffenheit kann man angelegte Farbflächen immer wieder übermalen und erzielt dadurch rasch neue Effekte.

Qualitätsunterschiede bei Acrylfarben

Bei den Acrylfarben gibt es Qualitätsunterschiede und es kann sich lohnen, Farben in sog. Akademie- und Studienqualität oder ggf. auch in der professionellen Künstlerqualität zu kaufen, denn die Brillanz und Vermalbarkeit ist hier wesentlich besser. Erste „Gehversuche“ kann man sicherlich mit günstigen Farben, z. B. aus dem Baumarkt, machen, aber letztendlich wird es mit diesen Billigfarben auf Dauer keinen Spaß machen und der gewünschte Malerfolg bleibt aus.

Auch bei den qualitativ guten bis sehr guten Farben gibt es Unterschiede in der Pigmentdichte und Beschaffenheit. So sind manche Farben z. B. etwas dünnflüssiger als andere. Man muss ein bisschen herumprobieren, welche Farben von welchem Hersteller einem persönlich gefallen. Es empfiehlt sich deshalb zunächst kleinere Mengen zu kaufen, auch wenn diese im Verhältnis zu den größeren Mengen teurer sind. Es macht ja auch Spaß sich mit den Farben auseinander zusetzen und einfach munter drauflos zu experimentieren.

Hat man seine 1-2 „Lieblingshersteller“ gefunden, kann man sich je nach Bedarf mit Farben eindecken. Manch einer fängt dabei erst einmal mit den Grundfarben (gelb, rot, blau) sowie zzgl. weiß und schwarz an und mischt sich alle anderen Farben selbst zusammen. Das ist eine sehr gute Idee, denn auf diesem Wege ist man quasi gezwungen, sich mit der Farbenlehre auseinander zusetzen, um herauszufinden, wie man welche Farbe miteinander mischen muss, um die gewünschte Farbe zu erzielen.

Später macht es dann aber schon Sinn, sich verschiedene Farbtöne zuzulegen. Es geht beim Malen dann schneller und, ehrlich gesagt, gibt es so wunderbare Farbtöne, dass es schwer fällt, diese nicht im Repertoire zu haben.

Die richtige Palette

Um die Farben aufzunehmen und zu mischen, gibt es sehr unterschiedliche Paletten zu kaufen, aber eigentlich ist ein großer weißer Porzellanteller völlig ausreichend und eignet sich am Besten dafür.

Pinsel, eine Wissenschaft für sich

Bei der Pinselauswahl sollte man nicht geizen, denn ein billiger Pinsel macht i. d. R. keine Freude. Unscharfe Konturen, ausfallende Pinselhaare usw. sind ärgerlich und verderben schnell die Lust am Malen. Hochwertige Künstlerpinsel namhafter Hersteller machen Sinn und bringen einfach Freude. Die Pinsel unterscheiden sich dabei nicht nur in der Größe, sondern z. B. auch in der Form (Borsten-, Flach-, Spitz-, Rundpinsel etc.). Zu Beginn ist es am Besten, sich ein paar unterschiedliche Größen und Formen zuzulegen. Man merkt recht schnell bei der Arbeit am Bild, was einem noch fehlt und kann seine Auswahl an Pinsel dann peu à peu ergänzen. Es lohnt sich auf jeden Fall verschiedene Pinsel auszuprobieren, denn das Malergebnis kann ganz unterschiedlich ausfallen.

Weitere Möglichkeiten Farbe aufzutragen

Neben dem Pinsel kann man die Acrylfarbe auch wunderbar mit einem Spachtel oder einer Rolle/Walze auf das Papier bzw. die Leinwand bringen. Als Spachtel kann man sehr gut z. B. alte Kreditkarten oder ähnliche Karten benutzen und die verschiedenen Spachtel, Spachtelkämme sowie Gummiwalzen aus dem Baumarkt eignen sich ganz hervorragend zur Verwendung – hier ist es nicht notwendig teure Varianten im Künstlerbedarf zu kaufen.

Auch Schwämme eignen sich großartig für die Acrylmalerei. Vom Haushaltsschwamm bis hin zum Naturschwamm gibt es ein großes Sortiment verschiedenster Größen und Formen. Oftmals reicht der ganz normale Haushaltsschwamm aus, um z. B. eine großflächige Untermalung aufzubringen. Ist ein Bild in mehreren Farbschichten aufgebaut, so kann man mit einem angefeuchteten Schwamm ganz einfach Farbschichten abnehmen bzw. mit der rauen Seite abkratzen, um die darunter liegenden Schichten freizulegen – hier ergeben sich sehr interessante Effekte.

Der Malgrund

Als Malgrund kann man Papier oder Leinwand benutzen. Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Acrylmalpapieren, die durch ihre Oberflächenprägung verschiedene Strukturen zum Malen anbieten. Eine gute Verleimung der Oberfläche ist wichtig. Ansonsten muss man einfach ausprobieren welches Papier einem zusagt.

Der wichtigste Malgrund aber ist die Leinwand bzw. der sog. Keilrahmen. Man kann fertige Keilrahmen in unterschiedlichen Größen im Handel erhalten, diese sind meist mit einem strapazierfähigen Maltuch (Leinwand) bezogen, welches möglichst rückseitig geklammert sein sollte, damit man auch die Keilrahmenseiten bemalen kann. Viele Künstler rahmen ihre Leinwände nicht mehr extra, sondern beziehen die Rahmenseiten in ihre Malerei mit ein. Das spart Geld für eine Rahmung und sieht außerdem toll aus.

Bei der Auswahl eines Keilrahmens sollte man keine Billigware aus dem Supermarkt nehmen, sondern eine gute Qualität aus dem Künstlerbedarf auswählen.

Jetzt noch ein paar Tipps

Möchte man abstrakt malen, so sollte man auf jeden Fall zunächst eine Struktur schaffen, um dann mit den Farben ein interessantes und effektreiches Bild erschaffen zu können. Mittels Strukturpasten oder Spachtelmassen auf Acrylbasis lassen sich solche Strukturen schaffen. Man kann aber auch mit Arcylbinder die verschiedensten Materialien (z. B. Seidenpapier, Fotokopien, Kartonagen und Pappen, Sand, Holzspäne, Blätter etc.) aufkleben. Der milchig weiße Binder trocknet dabei durchsichtig auf und die aufgebrachten Materialien können, nachdem sie vollständig durchgetrocknet sind, mit Farbe übermalt werden. Die Farben bleiben dabei an den Strukturen hängen bzw. verdichten sich und es entstehen die tollsten Effekte.

Beitrag von Ute Golombek

 

 

 

 

1 Kommentar

  1. sehr schöne Idee 🙂

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